Geschätzte Leserschaft
In unserem März Newsletter berichten wir über die Drohnengruppe von JAGDAARGAU sowie über den Erfahrungsaustausch, der stattgefunden hat. Was ist nach dem Inkrafttreten der neuen Jagdverordnung mit der Drohne erlaubt und was nicht? Wäre es erlaubt, mit der Drohne nach verletzten Wildtieren zu suchen? Darf ich die Drohne verwenden, um Schadenflächen zu sichten? Ist es möglich, ein Feld zu überfliegen, um die Bauern zu beraten? Die Antwort auf diese Fragen entnehmen wir den Ausführungen und Anhängen dieses Newsletters.
Die ersten Bezirksversammlungen haben bereits stattgefunden und wir wurden gebeten, wichtige Informationen an euch weiterzugeben. Viel Spass beim Durchlesen und nochmals herzlichen Dank an Ruedi Angst für die Präsentationen.
Unsere Jungjägerinnen und Jungjäger fanden sich auch in diesem Jahr wieder beim Jagdschiessen und dem Einführungskurs Hundewesen ein. Um den Tag abzurunden und die sehr geschätzte Arbeit zu würdigen, lädt der AJV zum sogenannten Jungjägerlunch ein.
Zu guter Letzt haben wir von unserem Medienbeauftragten Louis Probst, einen tollen Bericht über den diesjährigen Pelzfellmarkt mit anschliessender GV des VAJ (Verein Aargauischer Jagdaufsehern) erhalten.
Um nichts zu verpassen ist es ratsam, sich für den Newsletter anzumelden. Auch die Termine und Links auf die sozialen Medien sind auf unserer Homepage zu finden: www.ajv.ch
Drohnengruppe
Der Drohneneinsatz im jagdlichen Alltag
3. Erfahrungsaustausch der Drohnengruppe Aargau am 8. März 2025
Über fünfzig Drohnenpilotinnen und – piloten fanden am 8. März 2025 den Weg in den Schützen Aarau, um Informationen zum Thema afrikanische Schweinepest ASP und Einsatzmöglichkeiten der Drohnen zur Bekämpfung und zum Monitoring dieser Seuche zu erhalten. Vorgängig zu den Vorträgen gedachten sie in einer Schweigeminute des 2024 verstorbenen Mitbegründers der Drohnengruppe Aargau, Heinz Wipfli von Windisch.
Frau Dr. med. vet. Barbara Thür, Aargauische Kantonstierärztin und Frau Dr. med. vet. Ramona Zimmermann, Mitarbeiterin des Aargauischen Veterinäramtes und mitverantwortlich für die Vorbereitung der Massnahmen rund um die ASP, führten in ihrem ausführlichen Referat durch das Wissen zur ASP. Diese wird verursacht durch ein hochansteckendes Virus, das vor allem in der Kälte sehr lange aktiv bleibt. Seinen Ursprung hat das Virus – wie der Name sagt – in Afrika, wo es lokal weiter vorkommt. Über verschiedene Wege, insbesondere über den Transport von mit Viren infizierten Fleischprodukten, gelangte es zuerst nach Osteuropa. Zurzeit gibt es weiter relativ viele Fälle in Osteuropa, in Norditalien und einzelne Seuchengebiete nördlich des Rheins in Hessen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet – von daher auch der Name Pest – durch einen schweren, schnellen und in über 80 % tödlichen Verlauf. Für Menschen ist die Erkrankung völlig ungefährlich. Die befallenen Tiere sind fiebrig und damit durstig und leiden unter einem blutigen Durchfall. Nach Ausbruch der Erkrankung sterben sie in der Regel in zwei bis drei Tagen in einem engen Umkreis des Ansteckungsortes. Die Innereien der erkrankten Tiere zeigen typische Veränderungen mit kleinen punktförmigen Blutungen in den Schleimhäuten sowie einer deutlich vergrösserten Milz. Im Rahmen des Verwesungsprozesses entwickeln die Kadaver Wärme, womit sie für die Wärmebildkameras moderner Drohnensysteme erkennbar werden. Zur Suche dieser Kadaver, aber auch zu dem Vorsuche von abzuerntenden Feldern, können Drohnen wirksam eingesetzt werden.
Andreas Hitz, ein erfahrender Drohnenpilot und Nachfolger von Heiz Wipfli bei der Führung der Drohnengruppe Aargau sowie Alain Marti, Ausbildungsverantwortlicher bei Rehkitzrettung Schweiz haben anschliessend in einer kurzen Präsentation ihre Ideen und Umsetzungsskizzen zur Bildung von fachkompetenten, einsatzfähigen Drohnenpilotinnen und -piloten präsentiert. Voraussetzungen für eine solche Tätigkeit sind geeignetes Material, physische Robustheit, zeitliche Verfügbarkeit und die Bereitschaft für eine spezifische Aus- und regelmässige Weiterbildung.
Abschliessend hat Rainer Klöti, Präsident Jagd Aargau und Geschäftsführer der Stiftung Wildtiere, kurz Geschichte und Stand der neuen eidgenössischen Jagdverordnung erläutert, die den Einsatz von Drohnen für jagdliche Zwecke restriktiv formuliert.
Beim anschliessenden Apéro bestand die Möglichkeit zu vertieften Gesprächen und net working. Es war ein gelungener Anlass, organisiert von der Stiftung Wildtiere Aargau https://stiftungwildtiere.ch , unterstützt von Aargauischen Jagdverband https://www.ajv.ch/ sowie vom Aargauischen Bauernverband https://bvaargau.ch/aktuell/bva-allgemein
- Vortrag – Hauptfoligen – Dr. med. Rainer Klöti
- ASP Vortrag Dr. Barbara Thür
- Vortrag von Rehkitzrettung Schweiz
Bezirksversammlungen
Jedes Jahr nehmen interessierte Jägerinnen und Jäger an den Bezirksversammlungen des Kantons Aargau teil. Die Bezirksobleute informieren über wissenswerte Themen aus dem AJV und von der Jagd. Der gesellige Anlass wird rege besucht und ermöglicht, sich auch ausserhalb der Jagdzeit wieder einmal zu treffen. Wer nicht teilnehmen konnte, wird sich erfreuen, denn wir lassen auf Wunsch der Mitglieder einige Informationen in unsere Berichte einfliessen.
- Tipps für Jagdleiter i.S. Nachsuchen auf den Herbstjagden.
- Anschuss / Wildunfall / Nachsuche von Ruedi Angst
Jungjägerlunch
Die Schützenstube des Wirtes Felix Hunziker und Team ist bis auf den letzten Platz besetzt. Nach erfolgreich absolvierter Jagd-Schiessausbildung sind die Jungjägerinnen und Jungjäger, Schützen, Hundeführer, Jagdprüfungskommission und Vertreter des AJV eingetroffen. Der Wirt und sein Team meistern den hervorragend besuchten Anlass wie gewohnt. Es wird Zeit nach draussen zu gehen, denn nun treffen weitere Jungjägerinnen und Jungjäger ein, die den Einführungskurs Hundewesen besuchen.
Herr Gerhard Wenzinger, Vizepräsident der Jagdaargau, eröffnet den Anlass und spricht zu den sichtlich motivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Es wird schnell deutlich, dass man sich auf Augenhöhe begegnet und dankbar ist für das grosse Engagement. Der Vizepräsident überreicht dem Geschäftsführer Daniel Johnson das Wort für das erste Referat. Die Jagd im Aargau wird bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgt. Wer den Naturschutz verstehen möchte, muss sich adäquat informieren. Daher ist die Herleitung der heutigen Handhabung unabdingbar. Die Anwesenden werden gebeten, sich eine Zeit vorzustellen, in der wir zum Schwarzwild auch Wisent und Bären zählten und Wölfe allgegenwärtig waren. Aus dem 14. Jahrhundert stammt ein Brief, der die hervorragenden Jagdhunde aus Gontenschwil beschreibt. Es sind Zeichen, dass unsere Vorfahren das Waidwerk sehr ernst nahmen, jagdlich gut ausgebildet waren und eine lange Tradition lebten. Der Diebstahl eines Jagdhundes wurde mit 1–12 Schilling geregelt, je nachdem, ob es sich um einen Leithund (12) oder einen Hofhund (1) handelte. Damals kostete ein Pferd etwa 6 Schilling, um einen Vergleich zu ermöglichen. Zu den Jagdhunden gehörten unter anderem Treibhunde, Hasenhunde, Windhunde, Saurüden und Bärenhunde. Die Burgunder haben eine humorvolle Alternative zu diesem Bussenkatalog eingeführt, welche die Teilnehmenden zum Lachen brachte. Die Einführung des Jagdgesetzes im Jahre 1876 und die daraus resultierenden Probleme führten zur Gründung des Aargauischen Jagdschutzvereins. Seit der Gründung des Vereins im Jahre 1883 stehen die Aargauer Jägerinnen und Jäger sich zur Seite als eine der ältesten Naturschutzorganisationen des Kantons. Die anfänglichen Probleme im Aargau, unter anderem die Wilderei, haben sich seitdem verändert. Die Jägerschaft steht heute freiwillig rund um die Uhr zur Verfügung, um Wildunfälle zu behandeln und die Bevölkerung zu beraten. Sie ist Mitglied der kantonalen Naturschutzorganisationen und weiterer Interessengruppen, um das Wohl der Wildtiere zu vertreten. So werden Biketrails, Orientierungsläufe und sonstige Vorhaben des Menschen, die den Wildtieren zu nahe kommen, nicht nur mit kritischem Auge, sondern mit Taten durch die Mitglieder des Aargauischen Jagdschutzvereins entgegengetreten. Die unterschiedlichen Kampagnen u.a. „a de Leine ischer en feine“ sollen die Lebensräume der Wildtiere attraktiver machen. Natürlich gehört auch die Hege zur Jägerschaft, die im Auftrag und Rahmen des Kantons dafür sorgt, dass die Bestände der Wildtiere im Kontext des verfügbaren Platzes stehen. Daher werden gewisse Wildtierarten bejagt, während andere zeitweise oder gänzlich geschont sind. Da die Jägerschaft eine Minderheit darstellt, müssen wir zusammenstehen, so der Geschäftsführer. Der AJV hat viel zu bieten und steht allen Jägerinnen und Jägern mit Rat und Tat zur Seite. Wir alle sind ein Teil des AJV! Zum Schluss erläutert der Geschäftsführer den AJV mit den Delegationen (Hundedelegation, KANUSO, Ausbildung), dem Bereich Recht inklusive Rückversicherung und den Tochtervereinen (Aargauische Jagdaufseher, Jagdschützen Suhr, Bläsercorps). Er erläutert, wie die Jagdgesellschaften an Bezirksobleute angeschlossen sind, welche Bestandteil des Vorstandes sind. Folglich ist der Zusammenhalt und die aktive Teilnahme von zentraler Bedeutung. Die Probleme, die draußen entstehen, müssen den Weg zum Vorstand finden, um gemeinsam Lösungen zu finden. Die hervorragende Zusammenarbeit mit der Sektion Jagd & Fischerei führt in den meisten Fällen zu einem Konsens. Die Jagdkommission befasst sich mit übergeordneten Themen, wo der AJV vertreten ist und die Jagdprüfungskommission gewährleistet, dass künftige Jägerinnen und Jäger mit Stolz ein grosses Fachwissen aufweisen. Der Geschäftsleiter dankt allen, die sich für die Wildtiere einsetzen. Der Geschäftsführer wirbt für das Bläsercorps, da ohne Jagdhorn die Jagd und die zahlreichen Anlässe verstummen und das Jagdhorn eine lange Tradition in der Jagd besitzt.
Nach der 15-minütigen Einführung des Geschäftsleiters übernimmt der Präsident der Jagdprüfungskommission, Herr Urs Wunderlin. Er stellt die Kommission vor, die für den Anlass angereist ist, um die Prüflinge kennenzulernen. Nützliche Tipps werden vermittelt, wo der Schwerpunkt liegt und was in der Vergangenheit zu Problemen geführt hat. Die Gesichter werden etwas ernster, da die Fragerunde beginnt. Es ist nun an der Zeit, die letzten Fragen vor der Prüfung zu stellen.
Herr Thomas Laube, der Vorsitzende der Hundedelegation, übernimmt das Wort und stellt die anwesenden Hundeführerinnen und Hundeführer vor. Die Anwesenden werden in vier Gruppen eingeteilt, bevor es an die praktische Arbeit geht. Anbei finden Sie einige Impressionen vom Anlass, der sichtlich Freude bereitete.
Der traditionelle Pelzfellmarkt soll bleiben
Aarau Pelzfellmarkt und Generalversammlung der Vereinigung aargauischer Jagdaufseher (VAJ)
„Das ist viel“, so VAJ-Vizepräsident Peter Suter zur Zahl der rohen Felle, die zum traditionellen
Pelzfellmarkt der Vereinigung aargauischer Jagdaufseher im „Schützen“ in Aarau angeliefert
worden waren: Nämlich 52 Fuchs-, 5 Marder- sowie je ein Waschbär- und ein Hirschfell. Vor allem
bei den Fuchsfellen mag das, angesichts der Zahl der Füchse, die erlegt werden oder dem
Strassenverkehr zum Opfer fallen, eine verschwindend kleine Zahl sein. VAJ-Präsident Rolf Suter
betonte jedoch: „Wir sind fest entschlossen, am Pelzfellmarkt festzuhalten. Auch wenn das
Pelztragen in Verruf gekommen ist. Die Verwertung der Felle ist ein wertvoller Teil unserer
Tätigkeit.“
Kurt Friderich von der Gerberei Friderich AG, der in seinem Betrieb in Zofingen die rohen Felle
weiterverarbeitet, erklärte im Gespräch: „Der Fuchsfellmarkt ist tot. Ich bin zur Ehre der Jäger hier.
Was ich für ein rohes Fell bezahle, ist nicht mehr als ein symbolischer Beitrag an die Arbeit der
Jäger beim Abbalgen. Diese Felle stammen aber nicht aus irgendeiner Massentierhaltung, sondern
aus der Jagd, die mit der Regulierung der Wildtierbestände auch gesundheitspolizeiliche Aufgaben
erfüllt. Diese Art von Jagd verdient Akzeptanz.“
Einen Eindruck von der Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten des wertvollen einheimischen
Naturprodukts Fell gaben die Stände der Fellnähgruppe Kulm; von Beatrice Wernli aus Thalheim
und von Monica Aeschbacher, die unter ihrem Label feines-vom-wald, Accessoires anbietet
Zur Generalversammlung, die jeweils im Anschluss an den Pelzfellmarkt stattfindet, und die von
einer Bläsergruppe eröffnet wurde, konnte Präsident Rolf Suter 85 Vereinsmitglieder und
zahlreiche Gäste willkommen heissen. Unter ihnen Michael Leupold (Kommandant Kantonspolizei
Aargau), René Lippuner (Präsident Verband Aargauer Regionalpolizeien), Fabian Dietiker (Leiter
Abteilung Wald) und Nationalrat Christoph Riner.
Nach der Ehrung der Verstorbenen mit dem Signal „Jagd vorbei“ der Bläsergruppe, gab Rolf Suter
einen Rückblick auf die Tätigkeit der Vereinigung im vergangenen und einen Ausblick auf die
Aktivitäten im laufenden Jahr. Im Mittelpunkt wird dabei wieder die Aus- und Weiterbildung der
Jagdaufseherinnen und -aufseher stehen.
Als Vertreter des Bezirks Baden wurde Richard Schraner (Fislisbach) in den Vorstand gewählt. Für
25 Jahre Einsatz als Jagdaufseher geehrt wurden Martin Leu, Andreas Christoffel, Erhard Huwyler,
Bernhard Spörri, Heinz Käser, René Scherrer, Mathias Suter, Peter Merz, Alex Rüfenacht und Bruno
Müller. (Leider waren nicht alle Geehrten anwesend.) Geehrt wurden auch die erfolgreichen
Schützen der Meisterschaft im Jagdschiessen.
Dank für den grossen EinsatzIn seinem Grusswort dankte Kantonspolizei-Kommandant Michael Leupold den Jagdaufseherinnen
Louis Probst, Medienbeauftragter des AJV
und -aufsehern für ihr Engagement. „Wir wüssten nicht, was wir ohne Sie machen würden“, stellte
er fest und wies dabei auf die steigenden Fallwildzahlen hin. Er nahm auch Stellung zum Thema
„Nottötung“ von Tieren, die im Strassenverkehr verletzt worden sind. „Das ist nicht unsere
Kernaufgabe“, erklärte er. „Aber wo es nötig ist, machen das unsere Leute.“ Er forderte die
Jagdaufsicht aber auch auf, bei Wildunfällen im Strassenverkehr nicht zu zögern, die Polizei zur
Sicherung der Unfallstellen beizuziehen.
Jennifer Huwyler (Leiterin Tiergesundheit beim Kanton) informierte über die Entwicklung in
Sachen Vogelgrippe und Afrikanische Schweinepest. Sie rief die Jagdaufseherinnen und -aufseher
auf, tote Vögel der Beprobung zuzuführen und bei verendeten Wildschweinen Proben zu
entnehmen.
Gerhard Wenzinger (Vizepräsident Jagd Aargau), dankte für den grossen Einsatz und für die gute
Zusammenarbeit. „Ihr seid das Gesicht der Jagd“, wandte er sich an die Jagdaufseherinnen und –
aufseher. „Das gute Ansehen der Jagd im Aargau ist auch auf die Arbeit der Jagdaufsicht
zurückzuführen.“
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