Medienkonferenz

An der Medienkonferenz vom 26.8.2020 zeigten die beiden Organisationen BVA und Jagd Aargau eindrücklich, warum sich am 27. September an der Urne ein «JA» zum neuen Jagdgesetz aufdrängt. Mit der Besichtigung eines Biberschadens an der Ürke in Holziken und mit drei Kurzreferaten wurden die anwesenden Journalisten mit Facts bedient.

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Die Überarbeitung des 34-jährigen Gesetzes wurde notwendig, weil sich die Bestände geschützter Arten, insbesondere von Wolf, Biber und Höckerschwan, in den letzten Jahren stark vergrössert haben. Das angepasste Gesetz ist aber keinesfalls als «Abschussgesetz» zu betrachten, wie das in gegnerischen Kreisen gerne erwähnt wird. Vielmehr geht es darum, mit der stark wachesenden Population der Wildtiere zu leben und für die Prävention von Schäden und für die eigentliche Schadensvergütung gute Grundlagen zu schaffen. Verbesserungen in der Ausbildung zum Jäger und im Tierschutz sind weitere positive Auswirkungen bei einer Annahme des Gesetzes.

Mehr Kompetenz für die Kantone

Zum Schutz von Lebensräumen und zur Erhaltung der Artenvielfalt sollen zukünftig die Kantone nach Anhörung des BAFU Steinbock-, Wolf-, und Höckerschwan-Bestände regulieren, bevor grosse Probleme entstehen können. Dabei müssen die Kantone dem Bund darlegen, dass die Massnahmen erforderlich sind und dass sie den Bestand nicht gefährden. Der Bund wird in der Verordnung Schutzbestimmungen formulieren, die die Erhaltung der Populationen sichern. Es gibt keinen Grund anzunehmen, die Kantone würden mit der Annahme des neuen Jagdgesetzes die Praxis zu Ungunsten der Wildbestände ändern. Die Verantwortung wird sicher wahrgenommen und niemand, aber auch wirklich niemand ist an der Ausrottung der Wildtierbestände interessiert.

Was bringt das Gesetz für den Kanton Aargau?

Es ist offensichtlich, dass in unserem dichtbesiedelten Kanton nicht die Wolfsfrage über Annahme oder Ablehnung des Gesetzes entscheiden wird. Aber auch bei uns haben wir Handlungsbedarf. Der Biberbestand wird immer grösser, allein im Kanton Aargau stieg er in den letzten fünf Jahren um 25 % auf total 350 Tiere an. Bei einem solchen Wachstum ist es klar, dass die Schäden an Strassen und Bachverbauungen in gleichem Masse steigen und damit auch der mögliche Konflikt mit Land- und Infrastrukturbesitzern vorprogrammiert ist. Wenn die Prävention von Schäden und die Schadensvergütung zur Zufriedenheit aller abgewickelt werden kann, wird auch die Akzeptanz für das putzige Tier nicht darunter leiden.

Der Biber gehört nicht zu den regulierbaren Arten

Bei Annahme des neuen Jagdgesetzes werden nur drei Arten regulierbar sein (Wolf, Höckerschwan und Steinbock), der Biber gehört nicht dazu. Beim Schutzstatus des Bibers ändert somit nichts, ausser dass die Kantone und nicht wie bis anhin der Bund Einzelabschüsse verfügen können. Vorgängig ist aber das BAFU anzuhören.

Entschädigungen und zumutbare Verhütung der Kulturen

Der Entwurf der Verordnung sieht vor, dass sich neu Bund und Kantone den Aufwand an der Entschädigung teilen. Im Gegenzug zur Entschädigung verlangt der Verordnungsentwurf wie bis anhin eine zumutbare Verhütungsmassnahme. So müssen etwa wertvolle landwirtschaftliche Kulturen mit einem Elektrozaun gegen Biberschäden geschützt werden.

 

Bundespräsidentin Sommaruga für das neue Jagdgesetz

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga stellt sich klar zum neuen Jagdgesetz.

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Hier geht es zur Sendung von Tele D

 

Bundesrat empfiehlt JA zum revidierten Jagdgesetz aus drei Gründen

Bundesrat empfiehlt ein Ja zum revidierten Jagdgesetz
Bern, 27.02.2020 - Das revidierte Jagdgesetz fördert Schutzgebiete, Zugvogelreservate und Wildtierkorridore. Zudem stärkt es den Schutz von Wildtieren. Das ist wichtig für die Artenvielfalt.

Das revidierte Gesetz bietet überdies einen pragmatischen Umgang mit der wachsenden Zahl an Wölfen. Die Kantone können rechtzeitig Massnahmen ergreifen, um Konflikte zu vermeiden. Der Wolf bleibt aber eine geschützte Tierart, und die Rudel bleiben erhalten. «Die Vorlage ist ein guter Kompromiss», sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga bei der Erläuterung der bundesrätlichen Haltung. Am 17. Mai 2020 entscheiden die Stimmberechtigten über das revidierte Jagdgesetz.

 

Neues BAFU-Dossier: Revision des Jagdgesetzes
Das eidgenössische Jagd- und Wildtierschutzgesetz regelt, welche Wildtiere geschützt sind, welche Tierarten gejagt werden dürfen und wann Schonzeiten gelten. Das Parlament hat ein massvolles, zeitgenössisches Regelwerk geschaffen, das den Arten- und Lebensraumschutz stärkt. Gleichzeitig hat es die Regeln im Umgang mit dem Wolf angepasst, damit die Kantone die wachsenden Bestände massvoll regulieren können.

 

Teilrevision Eidg. Jagdgesetz

Jagdgesetz - Eine gute Grundlage

JagdSchweiz, 18. Juni 2018

JagdSchweiz ist mit dem teilrevidierten Jagdgesetz grossmehrheitlich zufrieden. Der Ständerat will den Kantonen bei der Regulation geschützter Arten mehr Handlungsspielraum geben. Zudem sollen die überregionalen Wildtierkorridore neu ins Jagdgesetz aufgenommen werden. JagdSchweiz unterstützt beide Anpassungen.

Das vom Ständerat verabschiedete Jagdgesetz bietet eine gute Grundlage, ein praktikables und effizientes Management geschützter Arten sicherzustellen. Das Gesetz stärkt die Handlungsfähigkeit der Kantone. Bei der Jagdplanung sollen die örtlichen Verhältnisse und die Anliegen der verschiedenen Akteure berücksichtigt werden. Die vorübergehende Verkürzung der Schonzeiten durch die Kantone benötigt richtigerweise nicht die Zustimmung des Bundes. Der Ständerat folgte dem Anliegen, nebst dem Steinwild und dem Wolf auch den Luchs und den Biber zu regulieren. JagdSchweiz begrüsst diese Lösung. Im Gesetz sind klare Bedingungen festgelegt für die Regulation von Grossraubtieren. Diese dürfen künftig zur Erhaltung der Artenvielfalt ebenfalls reguliert werden.

Wildtierkorridore sind wichtig für Vernetzung der Lebensräume

Es entspricht einem Verfassungsauftrag, die einheimische Vielfalt an wildlebenden Tieren und deren Lebensräumen zu schützen. Entsprechend greift das Jagdgesetz in seinem Zweckartikel den Artenschutz und den Schutz der Lebensräume auf. Für David Clavadetscher, Geschäftsführer von JagdSchweiz ist klar: «Beide Schutzaspekte gehören zusammen. Der Schutz des Lebensraums stellt eine unabdingbare Voraussetzung für den Artenschutz dar.» Die Vernetzung der Lebensräume ist wichtig, um den notwendigen Austausch zwischen den einzelnen Wildtier-Populationen zu gewährleisten und die Wieder- respektive Neubesiedlung zu ermöglichen. Diese Vollzugspraxis hat sich grundsätzlich bewährt, allerdings reichen die Massnahmen nicht aus. Entsprechend der Bedeutung der Wildtierkorridore für den Artenschutz sollten diese rechtlich verankert werden. JagdSchweiz begrüsst, dass der Ständerat diesem Ansinnen gefolgt ist und den entsprechenden Artikel zur Förderung überregionaler Wildtierkorridore ins Gesetz aufgenommen hat. 

Für weitere Informationen

David Clavadetscher, Geschäftsführer JagdSchweiz, Tel. 062 751 87 78,
david.clavadetscher@jagdschweiz.ch

Medienmitteilung (PDF)