Herbsttagung 18. September 2019 in Buchs

«Rotwild» und «Elektronische Jagdstatistik» – Herbsttagung der Aargauer Jäger

(lp) «Das Leben ist Veränderung», so Thomas Laube, der Vizepräsident von Jagd Aargau (AJV), an der Herbsttagung – der traditionellen «Jägerlandsgemeinde» – die von der Jagdhornbläsergruppe «Lengnauerfüchse» begleitet wurde. Zweifellos eine spannende Veränderung für die Aargauer Jägerinnen und Jäger bringt die Einwanderung des Rotwildes – aus dem Berner Mittelland, aber auch aus dem Gebiet des Albis – in den Aargau mit sich.

Zum Thema «Rotwild – eine neue Herausforderung» sprach Silvan Eugster, der als Wildhüter im Kanton St. Gallen die Regio­nen Werdenberg und Rheintal betreut.

 

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Spannendes zum Rotwild
«Das Rotwild wird auch bei Euch zunehmen», stellte Silvan Eugster fest. «Im Gebiet, das ich betreue, hat sich der Bestand innerhalb von zehn Jahren von rund 200 auf 600 Tiere verdreifacht.» Leider aber komme das Rotwild stets mehr unter Druck. Nicht nur durch die Forst- und die Landwirtschaft, sondern auch durch die Freizeitnutzung der Wälder. Gemäss der Charakterisierung von Silvan Eugster lebt das Rotwild in engen Sozialstrukturen; es ist extrem lernfähig; es kann Gefahren erkennen; es reagiert sensibel auf permanente Störungen und sehr schnell auf Jagddruck. «Ziel muss der Erhalt eines gesunden Wildbestandes sein», betonte Silvan Eugster in seinem spannenden Referat. «Dazu braucht es die Jagd. Die Jäger sind gefordert.»

 

Vorbehalte gegen Statistik-Projekt
Reto Fischer (Sektion Jagd und Fischerei des Kantons) stellte das Projekt «Elektronische Statistik» vor. Künftig sollen im Aargau Abschüsse, Fallwild aber auch Monitoringdaten, respektive Sichtungen spezieller Tierarten online erfasst werden. «Inzwischen», so Reto Fischer, «wird das System in rund 50 Jagdrevieren genutzt.» Ab 2021 soll die Anwendung obligatorisch werden. Als Vorteile des Systems bezeichnete er die einfache Dateneingabe, aber auch die Aktualität sowie Vereinfachungen bei der Ausstellung des Wildbret-Begleitscheins. Auch an der Herbsttagung kamen aus der Jägerschaft Vorbehalte gegen das System – «übertriebene Sache», «Was ist mit dem Datenschutz?» – deutlich zum Ausdruck. Wie Thomas Laube erklärte, habe sich der Vorstand von Jagd Aargau noch nicht abschliessend mit dem Vorhaben befasst.

 

Erfolgreiches Drohnenprojekt
Als «vollen Erfolg» bezeichnete Andreas Hofstetter das Projekt zum Einsatz von Drohnen zur Rettung von Rehkitzen vor dem Mähtod. «Die Begeisterung zeigt sich nicht nur in den drei Pilotrevieren, sondern auch bei andern Jagdgesellschaften. Einige Jagdgesellschaften möchten eigene Drohnen anschaffen. Das Projekt ist aber auch über die Kantonsgrenzen hinaus auf Interesse gestos­sen.» Bis jetzt habe sich den Einsatz von Drohnen auf die Setzzeit des Rehwildes beschränkt, so Andreas Hofstetter. Denkbar seien aber auch weitere Einsatzmöglichkeiten, so etwa bei der Abklärung von Wildschäden in Maisfeldern.

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Jagdhornbläsergruppe Lengnauer Füchse

 

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