Teilrevision Eidg. Jagdgesetz

Jagdgesetz - Eine gute Grundlage

JagdSchweiz, 18. Juni 2018

JagdSchweiz ist mit dem teilrevidierten Jagdgesetz grossmehrheitlich zufrieden. Der Ständerat will den Kantonen bei der Regulation geschützter Arten mehr Handlungsspielraum geben. Zudem sollen die überregionalen Wildtierkorridore neu ins Jagdgesetz aufgenommen werden. JagdSchweiz unterstützt beide Anpassungen.

Das vom Ständerat verabschiedete Jagdgesetz bietet eine gute Grundlage, ein praktikables und effizientes Management geschützter Arten sicherzustellen. Das Gesetz stärkt die Handlungsfähigkeit der Kantone. Bei der Jagdplanung sollen die örtlichen Verhältnisse und die Anliegen der verschiedenen Akteure berücksichtigt werden. Die vorübergehende Verkürzung der Schonzeiten durch die Kantone benötigt richtigerweise nicht die Zustimmung des Bundes. Der Ständerat folgte dem Anliegen, nebst dem Steinwild und dem Wolf auch den Luchs und den Biber zu regulieren. JagdSchweiz begrüsst diese Lösung. Im Gesetz sind klare Bedingungen festgelegt für die Regulation von Grossraubtieren. Diese dürfen künftig zur Erhaltung der Artenvielfalt ebenfalls reguliert werden.

Wildtierkorridore sind wichtig für Vernetzung der Lebensräume

Es entspricht einem Verfassungsauftrag, die einheimische Vielfalt an wildlebenden Tieren und deren Lebensräumen zu schützen. Entsprechend greift das Jagdgesetz in seinem Zweckartikel den Artenschutz und den Schutz der Lebensräume auf. Für David Clavadetscher, Geschäftsführer von JagdSchweiz ist klar: «Beide Schutzaspekte gehören zusammen. Der Schutz des Lebensraums stellt eine unabdingbare Voraussetzung für den Artenschutz dar.» Die Vernetzung der Lebensräume ist wichtig, um den notwendigen Austausch zwischen den einzelnen Wildtier-Populationen zu gewährleisten und die Wieder- respektive Neubesiedlung zu ermöglichen. Diese Vollzugspraxis hat sich grundsätzlich bewährt, allerdings reichen die Massnahmen nicht aus. Entsprechend der Bedeutung der Wildtierkorridore für den Artenschutz sollten diese rechtlich verankert werden. JagdSchweiz begrüsst, dass der Ständerat diesem Ansinnen gefolgt ist und den entsprechenden Artikel zur Förderung überregionaler Wildtierkorridore ins Gesetz aufgenommen hat. 

Für weitere Informationen

David Clavadetscher, Geschäftsführer JagdSchweiz, Tel. 062 751 87 78,
david.clavadetscher@jagdschweiz.ch

Medienmitteilung (PDF)

 

 

 

Teilrevision Eidg. Jagdgesetz

Die 2015 vom Parlament angenommene Motion von Ständerat Stefan Engler (CVP, GR) «Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung» (14.3151) verlangt eine Teilrevision des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel. Damit sollen die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden, um zukünftig Wolfsbestände regulieren zu können, bevor grosse Konflikte entstehen. Solche Eingriffe müssen zudem im Rahmen des Übereinkommens über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume (Berner Konvention) erfolgen.

Der Bundesrat hat am 23. August 2017 die entsprechende Botschaft zur Änderung des Jagdgesetzes an das Parlament verabschiedet. Regulierende Eingriffe sind zudem nicht nur für Bestände des Wolfs vorgesehen, sondern auch für andere konfliktträchtige geschützte Arten – sofern trotz Präventionsmassnahmen Schäden oder die Gefährdung von Menschen drohen. Zu diesen Arten gehören wie bereits beschlossen der Steinbock und der Höckerschwan, und je nach Debatte im Parlament können noch weitere Tierarten wie Biber oder Luchs dazu kommen.

Mit der Gesetzesrevision soll zudem das Verhältnis zwischen Jagdberechtigung und Jagdprüfung geklärt werden. Die Jagdberechtigung ermöglicht die Ausübung der Jagd in einem Kanton; die Erteilung liegt in der Zuständigkeit der Kantone. Voraussetzung dafür ist weiterhin eine bestandene Jagdprüfung, für die der Bund den Kantonen neu die Prüfungsgebiete «Wildtierbiologie», «Arten- und Lebensraummanagement», «Tierschutz» sowie «Umgang mit Waffen» vorgeben soll. Diese inhaltlich vereinheitlichten kantonalen Jagdprüfungen sollen künftig von den Kantonen gegenseitig anerkannt werden.

Schliesslich werden die 2012 mit einer Revision der Jagdverordnung geänderten Bestimmungen über die jagdbaren Arten und ihre Schonzeiten ins Gesetz überführt und ergänzt: Neu sollen Moorente und Rebhuhn geschützt, die Saatkrähe als jagdbar erklärt, die Schonzeiten für Wildschwein und Kormoran verkürzt und allen einheimischen Arten eine Schonzeit gewährt werden. Auch der Umgang mit nicht einheimischen Tierarten wird angepasst: So sollen Damhirsch, Sika und Mufflon, gestützt auf die vom Bundesrat am 18. Mai 2016 verabschiedete Strategie zur Bekämpfung invasiver gebietsfremder Arten, künftig ganzjährig jagdbar sein.

 

» Bundesrat verabschiedet Botschaft für dei Teilrevision des Jagdgesetzes

» Stellungnahme JagdSchweiz zur Revision der Eidg. Jagdgesetzes