Weite Saat für Feldhasen

Die neue Massnahme "Getreide mit weiter Saat" will dem Feldhasen im Aargau auf die Sprünge helfen. Landwirt Urs Baur, Egliswil, erklärt im nachfolgenden Video wie's geht. Die weiten Saatreihen zeigten in Versuchen eine gute Wirkung für die Hasen, vergleichbar mit Buntbrachen. Die weite Saat auf Getreideflächen ist eine Ergänzung zu den bestehenden, sehr wertvollen Biodiversitätsförderflächen im Ackerland wie beispielsweise Buntbrachen. Ziel der Massnahme ist, das Angebot an sicheren Junghasen-Setzplätzen zu erhöhen. "Getreide mit weiter Saat" ist eine regionsspezifische Fördermassnahme, die neu im Programm Labiola angeboten wird. Die weiten Saatreihen zeigten in Versuchen eine gute Wirkung für die Hasen.

Stiftung Wildtiere Aargau und Labiola helfen dem Feldhasen im Seetal auf die Sprünge. Sehen Sie dazu das Video-Interview mit Landwirt Urs Baur:

» 

Video-Interview mit Landwirt Urs Baur

»

Labiola-Merkblatt "Getreide mit weiter Saat"

»

Programm Labiola

 

 

Hasenförderung im aargauischen Seetal

upload/WildNatur/hasenprojekt.jpg«Es ist frustrierend, in vielen Gebieten haben wir in den letzten Jahren kaum noch einen Hasen gesehen», sagt Werner Werder aus Boniswil. Er ist Leiter des Projekts zur Hasenförderung im Seetal. Er setzt sich zusammen mit seinen Kommissionsmitgliedern im Auftrag der Stiftung Wildtiere dafür ein, dass der Feldhase im Seetal wieder heimisch wird. Es sind nun bereits 20 Landwirtschaftsbetriebe mit über 70 ha Getreideflächen, die sich am Projekt Hasenförderung beteiligen.

 

Seit der ersten systematischen Zählung 2001 ist die Zahl der Feldhasen im Kanton Aargau von 3009 auf noch 976 im Jahr 2014 dramatisch gesunken, im Bezirk Lenzburg von 264 auf noch 8 gesichtete Feldhasen. Im letzten Jahr wurden im Aargau etwas mehr Tiere gezählt – dennoch bleibt der Feldhase stark gefährdet.

Die Gründe des Zusammenfallens der Bestände sind vielfältig: Veränderungen in der Landwirtschaft, Pestizide, Siedlungsdruck ländlicher Agglomerationen, Ausbau des Verkehrsnetzes und verändertes Freizeitverhalten der Bevölkerung (u.a. Hundehaltung).

Die Stiftung Wildtiere hat deshalb 2015 ein auf 8 Jahren ausgelegtes Pilotprojekt im aargauischen Seetal gestartet, um mit konkreten Massnahmen die Lebensbedingungen der Feldhasen, insbesondere der Junghasen, zu fördern. Einerseits informiert sie die Bevölkerung und insbesondere Hundehalter über die Medien und mit Plakattafeln in den Projektgebieten über die Gefährdung der Feldhasen. Anderseits unterstützt sie mit Beiträgen in Zusammenarbeit mit der Sektion Jagd & Fischerei und der Abteilung Landwirtschaft des Kantons Landwirte, welche bereit sind, dünner angesätes Getreide anzubauen, damit die Feldhasen - wie wissenschaftliche Untersuchungen belegen - wieder bessere Aufzuchtbedingungen für ihre Junghasen vorfinden. Konnten zu Beginn des Projekts nur wenige Landwirte gewonnen werden, sind es im dritten Versuchsjahr 20 Betriebe mit über 70 ha Getreideflächen, welche sich am Projekt beteiligen.

Inwieweit die getroffenen Massnahmen zum Erfolg führen, ist offen und müssen allenfalls ergänzt werden und wird sich frühestens in zwei bis drei Jahren zeigen. Geduld und verhaltener Optimismus ist angesagt, wie Werner Werder als Projektleiter aus Boniswil hinweist. Er setzt sich zusammen mit seinen Kommissionsmitgliedern im Auftrag der Stiftung Wildtiere dafür ein, dass der Feldhase im Seetal wieder heimisch wird.