Natur

Die Natur braucht unsere Unterstützung, auch finanziell

Mit dem Naturschutz-Programm 2020 ist ein wichtiger Schritt gegen den Biodiversitätsverlust gemacht. Doch um es auch umsetzen zu können braucht es mehr Mittel. Der Kanton will beim Naturschutz sparen!

Die Aargauer Natur- und Umweltverbände BirdLife, Jagdschutzverein, Fischereiverband, Pro Natura und WWF haben zusammen über 3240 Unterschriften gesammelt und die Petition am 18. August 2015 dem Grossen Rat und dem Regierungsrat überreicht. Gefordert wird eine Verdoppelung des Geldes für das Programm Natur 2020.

 

Wildtierkorridore

Die Umweltverbände im Kanton Aargau fordern mit dieser Petition an den Grossen Rat und den Regierungsrat, den Verpflichtungskredit der 2. Etappe "Natur 2020" von den vorgesehenen 3 Millionen zu verdoppeln. Umgerechnet auf Einwohner und Jahr sind dies 10 Franken.

Hauptziele der Petition sind die Schmälerung der Biodiversität zu beenden und bei sich bietenden Gelegenheiten wieder zu vergrössern und die Ökosystemleistungen insgesamt zu verbessern.

Über ein Drittel der Pflanzen- und Tierarten sind bedroht, unter anderem auch Aesche, Feldhase und Laubfrosch. Diese sind auf Naturschutzgelder angewiesen. In der Schweiz sind bereits 255 Arten ausgestorben, so auch der bis in die 1990er Jahre im Aargau brütende Rotkopfwürger (Bild rechts). Die Artenvielfalt im Siedlungsraum hat im Kanton Aargau zwischen 1996 und 2009 kontinuierlich abgenommen. Fast die Hälfte der Lebensraumtypen ist bedroht. 60% der Siedlungsflächen sind versiegelt. Mit der weiteren Bautätigkeit wird die Natur im Siedlungsgebiet weiter unter Druck kommen. Zudem bedrohen invasive Arten die Biodiversität.

Im Rahmen des Aargauer Sparpakets vom letzten Jahr wurde beim Auenschutzpark, bei den Wildtierkorridoren und beim Naturschutz im Wald viel gespart. Die intakte Natur und Landschaft, so wie revitalisierte Gewässer sind wichtige Standortfaktoren für die Attraktivität des Aargaus. Ohne gezielte Investitionen gehen diese Naturwerte verloren und mit ihnen eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten.

Expert/innen schätzen, dass in der Schweiz eine Verdoppelung der aktuellen Flächen wichtiger Lebensräume notwendig ist, um die Biodiversität und die Ökosystemleistungen zu erhalten. Das vom Regierungsrat vorgeschlagene Naturschutz-Programm Natur 2020 ist wichtig, doch es braucht deutlich mehr Mittel, um eine Trendwende beim Artenverlust herbeizuführen. Der Bund stellt für die Umsetzung des Aktionsplanes mehr Geld zur Verfügung, welches der Kanton nur abholen kann, wenn der Kredit aufgestockt wird.

6 Millionen = nur Fr. 10.- pro Person und Jahr

Aus diesen Gründen fordern wir, den Verpflichtungskredit Natur 2020, 2. Etappe 2016-2020 von vorgesehenen 3 Millionen auf 6 Millionen Franken pro Jahr zu verdoppeln. 6 Millionen Franken entsprechen 0.12% des Kantonsbudgets. Dies sind rund Fr. 10.- pro Einwohner/in und Jahr.

 

Links für weitere Erklärungen

Projekt „Natur 2020, 1. Etappe

Projekt „Natur 2020, 2. Etappe

Medienmitteilung Umweltverbände vom 28. Mai 2015 zur Ergreifung der Petition

Mitteilungsblatt AJV Nr. 9, Juni 2015

Medienmitteilung Umweltverbände vom 18. Aug. 2015 zur Einreichung der Petition

 

Birdlife Aargau

Fischereiverband Aargau

Pro Natura Aargau

naturschutz.ch