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Der Blick an der traditionellen Herbsttagung der Aargauer Jägerinnen und Jäger ging über die Landesgrenze hinaus. Anita Weimann, Fachreferentin im Bayerischen Jagdverband, sprach über „Erfahrungen mit der Rehkitzrettung und dem Einsatz von Drohnen zur Wildtierrettung bei der Grünlandmahd“ und Maximilian Peter Graf von Montgelas, ebenfalls Fachreferent im Bayerischen Jagdverband, stellte das Schwarzwild-Monitoring und Reviermanagement-System des bayerischen Jagdverbandes vor, das auf der digitalen Geoinformation (GIS) aufbaut.

Drohnengestützte Kitzrettung

„Die Drohne kann die üblichen Methoden zur Rehkitzrettung nicht ersetzen“, stellte Anita Weimann aufgrund ihrer Erfahrungen fest. „Seit 2016 arbeiten wir aber mit der Firma geo-konzept zusammen, mit dem Ziel, ein zuverlässiges marktfähiges Kitzrettungssystem zu entwickeln.“ Dieses Drohnensystem soll es ermöglichen, innerhalb von drei Minuten eine Fläche von einer halben Hektare abzusuchen und die Koordinaten der Suchergebnisse auf einen Radius von einem bis 2,5 Meter genau aufzuzeigen. „Es stellt sich aber die Frage, wer das 15000 bis 20000 Euro teure System nutzen soll“, so Anita Weimann. „Ziel ist es, das System als Dienstleistung anzubieten. Die Kosten pro Hektare belaufen sich auf 9 Euro. Bis 2020 soll ein Anreiz- und Vergütungssystem geschaffen werden, damit die Landwirtschaft von diesem Angebot auch Gebrauch macht.“

GIS, GPS und die Schwarzkittel

"Auch das digitale Schwarzwild-Monitoring kann nicht alle Probleme lösen“, räumte Maximilian Peter Graf von Montgelas ein. „Das System des Bayerischen Jagdverbandes ermöglicht aber, via Internet und App, den ständigen Informationsaustausch zwischen Jagd, Land- und Forstwirtschaft. In ganz Bayern können Sichtungen, Erlegungen und Schäden von Schwarzwild erfasst, verwaltet und geteilt werden.“ Die Daten werden ortsgenau in einem digitalen Kartensystem erfasst. Die reviereigenen Daten können statistisch ausgewertet und für jedes Jagdjahr angezeigt werden. Bei einer Dateneingabe wird zudem automatisch eine Informations-E-Mail an alle im jeweiligen Revier registrierten Anwender gesendet.