Teilrevision Eidg. Jagdgesetz

Die 2015 vom Parlament angenommene Motion von Ständerat Stefan Engler (CVP, GR) «Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung» (14.3151) verlangt eine Teilrevision des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel. Damit sollen die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden, um zukünftig Wolfsbestände regulieren zu können, bevor grosse Konflikte entstehen. Solche Eingriffe müssen zudem im Rahmen des Übereinkommens über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume (Berner Konvention) erfolgen.

Der Bundesrat hat am 23. August 2017 die entsprechende Botschaft zur Änderung des Jagdgesetzes an das Parlament verabschiedet. Regulierende Eingriffe sind zudem nicht nur für Bestände des Wolfs vorgesehen, sondern auch für andere konfliktträchtige geschützte Arten – sofern trotz Präventionsmassnahmen Schäden oder die Gefährdung von Menschen drohen. Zu diesen Arten gehören wie bereits beschlossen der Steinbock und der Höckerschwan, und je nach Debatte im Parlament können noch weitere Tierarten wie Biber oder Luchs dazu kommen.

Mit der Gesetzesrevision soll zudem das Verhältnis zwischen Jagdberechtigung und Jagdprüfung geklärt werden. Die Jagdberechtigung ermöglicht die Ausübung der Jagd in einem Kanton; die Erteilung liegt in der Zuständigkeit der Kantone. Voraussetzung dafür ist weiterhin eine bestandene Jagdprüfung, für die der Bund den Kantonen neu die Prüfungsgebiete «Wildtierbiologie», «Arten- und Lebensraummanagement», «Tierschutz» sowie «Umgang mit Waffen» vorgeben soll. Diese inhaltlich vereinheitlichten kantonalen Jagdprüfungen sollen künftig von den Kantonen gegenseitig anerkannt werden.

Schliesslich werden die 2012 mit einer Revision der Jagdverordnung geänderten Bestimmungen über die jagdbaren Arten und ihre Schonzeiten ins Gesetz überführt und ergänzt: Neu sollen Moorente und Rebhuhn geschützt, die Saatkrähe als jagdbar erklärt, die Schonzeiten für Wildschwein und Kormoran verkürzt und allen einheimischen Arten eine Schonzeit gewährt werden. Auch der Umgang mit nicht einheimischen Tierarten wird angepasst: So sollen Damhirsch, Sika und Mufflon, gestützt auf die vom Bundesrat am 18. Mai 2016 verabschiedete Strategie zur Bekämpfung invasiver gebietsfremder Arten, künftig ganzjährig jagdbar sein.

 

» Bundesrat verabschiedet Botschaft für dei Teilrevision des Jagdgesetzes

» Stellungnahme JagdSchweiz zur Revision der Eidg. Jagdgesetzes 

Eidgenössisches Jagdgesetz

Eidgenössische Jagdgesetz ist ein Arten- und Tierschutzgesetz

Es stellt Schutz vor Regulierung und jagdliche Nutzung. Für den Artenschutz ist der Bund zuständig. Regulierung und Nutzung der Wildpopulationen werden in den kantonalen Jagdgesetzen geregelt. So ist gewährleistet, dass beim Jagdbetrieb auf die regionalen Eigenheiten hinsichtlich der vorkommenden Wildarten, Lebensräume, Probleme und Traditionen Rücksicht genommen wird.

§ Eidg. Jagdgesetzgebung

§ Eidg. Jagdverordnung

§ Jagdbares Wild und Schonzeiten (Art. 5 Jagdgesetz: Eidg. Räte)             
§ Jagdbare Arten und Schonzeiten (Art. 3bis Jagdverordnung: Bundesrat)

§ Verbotene Hilfsmittel (Art. 2 Jagdgesetz)

» Position JagdSchweiz zum Einsatz von Wildkameras

 

11] Revision Aarg. Jagdverordnung - Anpassung an eidg. Vorschriften

Dezember
2015

„Vorausschauend handeln“: Das hat sich der AJV-Vorstand für die laufende Amtsperiode vorgenommen. 2013 hat er eine Arbeitsgruppe „Revision Jagdverordnung“ einberufen. Sie setzte sich zusammen aus Vertretern aller Regionen, der Jagdaufseher, dem Rechtskonsulenten des AJV und mir. Ziel war es, dem Regierungsrat konstruktive Vorschläge zu einer Revision einzelner Kapitel der Jagdverordnung zu unterbreiten. 

Anfangs 2017 ist eine kleine Revision der Verordnung geplant, die schwerpunktmässig die neuen eidgenössischen Vorgaben (Hundeausbildung, Schiesswesen) die Voraussetzungen zur Neuverpachtung (Reviergrösse) und Vereinfachungen bei der Jagdausübung beinhaltet. Weitergehende Revisionsvorschläge des AJV zur Vereinfachung von Jagdplanung, Jagd-prüfung und Jagdaufsicht sind zurzeit zurückgestellt. Wir werden auf der „Fährte“ bleiben.