Lebensmittelvorschriften

Das neue Lebensmittelgesetz ist per 1. Januar 2017 in Kraft gesetzt worden. Für die Verwertung von Wildbret sind folgende zwei Verordnungen von Bedeutung:

 

Die wichtigsten Bestimmungen sind:

  • upload/Themen/Wildbrethygiene/fleisch.jpgArt. 9 Abs. 5 VSFK: Jagdwild (ohne Hasen und Federwild) müssen nach dem Erlegen in einen Wildverarbeitungsbetrieb verbracht werden.

    Davon ausgenommen ist Wild, das keine Merkmale aufweist, die darauf hinwiesen, dass das Fleisch für die menschliche Gesundheit bedenklich sein könnte, und das vom Jäger direkt an Konsumenten oder einem Einzelhandelsbetrieb (Metzger, Restaurateur) im Inland zur direkten Abgabe an Konsumenten geliefert wird.

  • Art. 20 VSFK: Jagdwild ist eindeutig zu kennzeichnen und durch eine fachkundige Person zu untersuchen, sofern es nicht für den Eigengebrauch verwendet wird. Wird der Wildkörper nicht eindeutig als einwandfrei beurteilt, ist eine amtliche Fleischkontrolle durchzuführen. Das Untersuchungsergebnis der fachkundigen Person ist im vorgeschriebenen Formular schriftlich zu dokumentieren und dem Abnehmer auszuhändigen.

  • Art. 12 VSFK: Lebendes Unfallwild darf verwertet werden, wenn eine fachkundige Person das Fleisch als gesundheitlich unbedenklich beurteilt.

 

Kennzeichnung «Begleitschein Wild»

Gemäss Schlachtverordnung (VSFK) muss Jagdwild eindeutig gekennzeichnet und dessen Verwertbarkeit bescheinigt werden (ausgenommen Eigenverbrauch). Den minimalen Inhalt der Bescheinigung umschreibt Anhang 14 der Schlachthygieneverordnung (VHyS). Die Schlachtverordnung schreibt somit vor, dass Jägerinnen und Jäger das Jagdwild mit einer eindeutigen Kennzeichnung versehen müssen, also z.B. einer Marke.

upload/Themen/Wildbrethygiene/Wildqualit__t.jpg   upload/Themen/Wildbrethygiene/BegleitscheinJagdSchweiz.jpg
Jagd Aargau ist zusammen mit dem kantonalen Veterinäramt an der Arbeit, eine gemeinsame und einheitliche Lösung zu definieren. Die Lösung muss möglichst einfach zu handhaben und der jeweiligen Jagdsituation angepasst sein. Die meisten Jagdgesellschaften haben jetzt schon eine Etikette als Ursprungs- oder Begleitschein für das erlegte Tier.  Für Jagdgesellschaften die bisher keine Lösung hatten, empfehlen wir als Mindestanforderungen den Begleitschein von JagdSchweiz zu verwenden:
Lebensmittel-Begleitschein JagdSchweiz

Bescheinigungsablauf 

1. Beurteilung Stück vor und beim Erlegen durch Jäger/Jägerin (= Schütze)

2. Kennzeichnung/Markierung des Tierkörpers (=Etikette, Marke)

3. Erste Bescheinigung auf Begleitschein durch Jäger/Jägerin (= Schütze)

4. Tierkörper- und Organschau durch fachkundige Person (=Jäger, der das Tier aufbricht)

5. Zweite Bescheinigung auf Begleitschein durch fachkundige Person (=Jäger, der das Tier aufgebrochen hat)

6. Weitergabe des Begleitscheins zusammen mit Tierkörper an Abnehmer

  

Fachkundige Person für Wildbretuntersuchung

upload/Themen/Wildbrethygiene/Fleischkontrolle.jpgAls fachkundige Person gilt gemäss Art. 21 VSFK, wer einen Kurs besucht hat, in dem die Kenntnisse für die Untersuchung des Wildkörpers erworben wurde (Wildbrethygienekurs).

Die neuen Übergangsbestimmungen im Art. 63 präzisieren, dass alle bis am 30. April 2018 ausgebildeten Jägerinnen und Jäger als „fachkundige Personen“ gelten.

JagdAargau bietet in diesem Jahr entsprechende Wildbrethygienekurse an.

 

 

Wildbrethygienekurs (Fachkundenachweis)

Gemäss Art. 20 Abs. 3 der VSFK muss das Jagdwild, das direkt an den Konsumenten abgegeben wird, durch eine fachkundige Person darauf untersucht werden, dass das Fleisch für die menschliche Gesundheit unbedenklich ist.  

Für die Aargauer Jägerinnen und Jäger wird JagdAargau in den Monaten Juni und Oktober Kurse anbieten, in denen die Fähigkeit zur Wildbretuntersuchung erlangt werden kann.

Für die Kurse sind folgende Daten vorgesehen:

Dienstag, 5. Juni 2018
Mittwoch, 24. Oktober 2018

Die Anmeldung erfolgt ausschliesslich über diese Homepage.

 

Der erst Wildbrethygienekurs ist bereits ausgebucht

Konsumenten müssen davon ausgehen können, dass die angebotenen Wilderzeugnisse von einwandfreier Qualität sind. Daher ist jedes erlegte Stück Wild auf seine Genusstauglichkeit zu untersuchen. Die Erstkontrolle ist die Aufgabe des Jägers und der Jägerin. Bei auffälligen Veränderungen am Wildkörper ist eine amtliche Fleischuntersuchung obligatorisch, bevor das Wildbret vermarktet wird. Das Wild ist mit einer eindeutigen Mark zu versehen und die Verwertbarkeit ist mit einem Begleitdokument zu bescheinigen.

JagdAargau führt zwei Kurse gleiche durch.

Kursziel: Kenntnisse für die Untersuchung des Wildkörpers vermitteln (Erstkontrolle der Genusstauglichkeit durch den Jäger)

Kursbestätigung: persönliches Attest (wird am Kursabend abgegeben)

Kursort: Buchs, Gemeindesaal

Zeitpunkt: 19.00 Uhr (ca. 2 Stunden)

Kurskosten: 20.-- (bitte als Nötli mitnehmen im Austausch gegen die Kursbestätigung)

Der erste Kurstag am Dienstag, 5. Juni 2018 ist bereits ausgebucht. Alle angemeldeten Teilnehmer haben eine Kursbestätigung erhalten. Für die Jungjägerinnen und Jungjäger, die im Juni 2018 an die theoretische Jägerprüfung gehen, ist zudem ein Kursplatz reserviert.

Wir führen am Mittwoch, 24. Oktober 2018, 19.00 Uhr, einen zweiten Kursabend durch mit gleichem Inhalt. Ab Juni kann man sich dann für den zweiten Kurstag hier anmelden.